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gvl inside
Liebe Leser*innen,
langsam läuft das kulturelle Leben in Deutschland wieder an. Unter strengen Auflagen dürfen Clubs und Theater wieder öffnen, zögerlich kommen die Gäste wieder. Dreharbeiten finden unter strengsten Hygieneauflagen statt. Dennoch: Der Einschnitt durch die Pandemie ist in keiner Branche so hart zu spüren wie in der Kultur- und Unterhaltungsbranche. Der Weg zurück zur Normalität ist noch lang und an viele Vorschriften und politische Entscheidungen gebunden. In diesen Zeiten sind die Vergütungen durch die GVL für viele Berechtigte ein wichtiges Standbein. Wir freuen uns, dass wir Ende August im Rahmen der Schlussverteilung 2013-2014 (Künstler*innen) insgesamt mehr als 67 Mio. Euro verteilen konnten.

In den vergangenen Monaten erreichten uns eine Fülle von Fragen zu diversen Themen – von den Verteilfristen über das Geschäftsmodell der GVL bis hin zu unserer IT. Um Ihrem Informationsbedarf uns gegenüber Rechnung zu tragen, haben wir den Bereich „GVL im Dialog“ auf unserer Website eingerichtet. Hier finden Sie die offenen Briefe, die uns in der ersten Jahreshälfte erreicht haben, sowie unsere Antworten. In den FAQs geben wir Antworten auf die häufigsten Fragen, die uns gestellt werden. Wenn Sie mehr wissen wollen, treten Sie gerne mit uns in den Dialog! Dafür gibt es seit Kurzem die Mailadresse dialog@gvl.de

Was außerdem in den vergangenen Monaten in der GVL-Welt wichtig war, erfahren Sie in diesem Newsletter. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe.

Ihre GVL
Ausgabe September 2020
Themenüberblick:
 
Laufende Verteilungen
Geplante Verteilungen

Die Herstellerseite der GVL (v.l.n.r.): Dr. Florian Drücke (Vorstandsvorsitzender Chairman & CEO des BVMI), Guido Evers (Geschäftsführer der GVL) und Jörg Heidemann (Geschäftsführer des VUT) / Photo by GVL
Herzlich willkommen: VUT wird vierter Gesellschafter
Seit Juli ist der VUT – Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen – vierter Gesellschafter der GVL. Der Verband vertritt in seiner Rolle als Gesellschafter insbesondere die Interessen der unabhängigen Musikunternehmer*innen. „Wir freuen uns mit dem VUT einen weiteren Gesellschafter an unserer Seite zu haben, der sich mit großer Leidenschaft für die Interessen seiner Mitglieder einsetzt und ihnen damit eine starke Stimme für die Wahrnehmung ihrer Rechte verleiht“, so Guido Evers und Dr. Tilo Gerlach, Geschäftsführer der GVL. Mehr Infos hier.
Jörg Heidemann
Photo by Stefan Wieland
 
 
Drei Fragen an Jörg Heidemann (Geschäftsführer des VUT)
1. Mit Blick auf das letzte Quartal im Pandemiejahr 2020: Sind Sie optimistisch oder pessimistisch?

Im Hinblick auf die gesamte eng miteinander verzahnte Musikwirtschaft bin ich eher pessimistisch. Schaut man nur auf den Recorded-Bereich bin ich verhalten optimistisch mit Sorgen für nächstes Jahr – wenn die nachgelagerten Effekte auf die Auszahlungen durchschlagen.

2. Welche neuen Perspektiven erwarten Sie von der neuen Rolle des VUT als Gesellschafter?

Dass unsere immense Neugier und der Wunsch danach, auch in der Tiefe komplexe Abläufe zu verstehen, neue Nahrung erhält. Im Moment bieten wir unsere Aussensicht an und bringen die von VUT-Mitgliedern an uns herangetragenen Themen ein.

3. Welche Schwerpunkte will der VUT als Gesellschafter der GVL setzen?

Der VUT möchte dabei mithelfen, dass die GVL eine der besten Verwertungsgesellschaften wird – mit den Schwerpunkten Transparenz, Verteilungsgerechtigkeit und Mitbestimmung.
Transparentsbericht 2019
Information zum Transparenzbericht 2019
Gleich im Anschluss an die Gesellschafter- und Delegiertenversammlung im Juni hat die GVL ihren Transparenzbericht für das Jahr 2019 veröffentlicht. Er ist auf deutsch und bald auch auf englisch über unsere Website abrufbar. Neben der neuen Organisationsstruktur sind auch wichtige Unternehmenskennzahlen sowie Informationen zu Kooperationen der GVL enthalten.
Logo Digital Stage
GVL fördert digitale Bühne für Kunst-, Musik- und Theaterensembles
Viele Ensembles suchen derzeit nach Lösungen, wie sie zuverlässig proben oder sogar online auftreten können. Die meisten verfügbaren Videokonferenz-Tools sind sprachoptimiert, das heißt, sie unterdrücken leise Stimmen. Damit sind sie für Musik und Theater ungeeignet.

Die GVL unterstützt die im April 2020 gestartete Initiative „The Digital Stage“: Eine latenzarme Audio-Video-Konferenzschaltungs-Software für Kunst-, Musik- und Theaterensembles. Damit können z.B. Bands und Chöre an verschiedenen Orten gemeinsam online proben und live auf einer digitalen Bühne vor Publikum im Internet auftreten. „The Digital Stage“ gibt es als Webanwendung und zukünftig auch als App.

Künstlerische Verbände können zukünftig der „The Digital Stage“ beitreten und ihren Mitgliedern den Service kostenlos anbieten. Weitere Infos hier: www.digital-stage.org/
Reeperbahnfestival
GVL beim Reeperbahnfestival
Ein Jahr ohne Reeperbahnfestival geht nicht. Es ist das Branchenereignis schlechthin und wir als GVL sind mit unseren Workshops für Künstler*innen und Hersteller*innen Stammgäste auf St. Pauli. Auch wenn dieses Jahr alles anders ist, waren wir für unsere Berechtigten dabei – digital und live. Mehr
Opus Klassik
Photo by Monique Wuestenhagen
GVL unterstützt Opus Klassik
Die Förderung der Klassik hat in der GVL einen hohen Stellenwert. Schließlich wurde uns von unseren Berechtigten das größte Klassikrepertoire weltweit zur Lizenzierung anvertraut. Entsprechend freuen wir uns, den Opus Klassik im Rahmen unserer kulturpolitischen Zuwendungen unterstützen zu können.

Bei der Gala des Opus Klassik zeichnet der Verein zur Förderung der Klassischen Musik e.V. dieses Jahr 47 Preisträger*innen in insgesamt 25 Kategorien für ihre außerordentlichen musikalischen Leistungen aus. Neben Tonträgern werden dabei auch innovative Live-Formate und kompositorisches Schaffen geehrt. Im Corona-Jahr ist es dem Verein ein besonderes Anliegen, die Künstler*innen hinter den Werken in den Vordergrund zu stellen. Nicht zuletzt darum haben sich die Veranstalter*innen entschieden, den Opus Klassik trotz aller Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie als Präsenzveranstaltung stattfinden zu lassen. Damit ist der Opus Klassik 2020 der erste deutsche Musikpreis im deutschen TV, der Corona-konform durchgeführt wird. Mit Blick auf all die abgesagten Konzerte in diesem Jahr ein kleiner Hoffnungsschimmer. Die offizielle Preisverleihung findet am 18. Oktober 2020 im Konzerthaus Berlin statt. Das ZDF überträgt die Preisverleihung live.

Mehr Informationen dazu unter www.opusklassik.de/
Initiative Musik Logo
Initiative Musik setzt mehrere Teilprogramme von "Neustart Kultur" um
Gute Nachrichten für Kreative: Die Initiative Musik, deren Haupt- und Gründungsgesellschafterin die GVL ist, setzt im Rahmen des Rettungs- und Zukunftsprogramms NEUSTART KULTUR gleich drei Teilprogramme um. Die zentrale Fördereinrichtung der Bundesregierung und der Musikbranche wird dafür von Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit zusätzlichen Mitteln in einer Gesamthöhe von 117 Millionen Euro ausgestattet. NEUSTART KULTUR soll die Kultur- und Kreativwirtschaft stützen und das künstlerische Arbeiten und kulturelle Leben wieder ermöglichen.

Ina Keßler, Geschäftsführerin der Initiative Musik: „Von den Musikschaffenden wird zurzeit viel Durchhaltevermögen und Gestaltungskraft erwartet. Es ist großartig, dass sich die Bundesregierung mit NEUSTART KULTUR so stark für die Musikbranche einsetzt. Mit den aktuellen Teilprogrammen können wir viele Menschen und Unternehmen in der Musikbranche unterstützen, damit diese eine Perspektive haben und zukunftsorientierte Musikprojekte planen und umsetzen können.“

Weitere Infos hier.
Musikwirtschaft


Studien zu Musikwirtschaft und Musiknutzung in Hamburg vorgestellt
Beim Hamburger Musikdialog am 16. September wurden gleich zwei Studien vorgestellt, die unter anderem von der GVL in Auftrag gegeben wurden.

Die Musikwirtschaftsstudie 2020 macht die Größe, Wirtschaftskraft und Bedeutung der privaten Musikwirtschaft gerade auch in Corona-Zeiten empirisch fassbar. Die bis zuletzt stetig wachsende Branche – zwischen 2015 und 2019 gab es einen branchenweiten Umsatzanstieg von 18 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro – befindet sich aktuell in einer prekären Situation voller Ungewissheit und Einnahmeverluste. Dies spiegelt sich eindrucksvoll in den Umsatzerwartungen der Branche wider, die aufgrund der Corona-Pandemie signifikant eingebrochen sind.

Die Corona-Pandemie hat auch erhebliche Auswirkungen auf die Musiknutzung, das zeigt die ebenfalls vorgestellte Musiknutzungsstudie: Auf Seiten der Musiknutzer sind die monatlichen Ausgaben für Musik in nahezu allen Formaten stark eingebrochen – nur die Ausgaben für Streaming zeigen im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum ein Wachstum von 22 Prozent.

Weitere Informationen zum Hamburger Musikdialog finden Sie hier.
Laptop

Photo by Suradech Prapairat on shutterstock / Insert by GVL

GVL-Praxiswissen im Online-Seminar
Seit Jahren gehört die Reihe „GVL vor Ort“ zu unserem Info-Angebot für Berechtigte. In dieser Veranstaltungsreihe erklären wir, wie die GVL funktioniert und was Berechtigte tun müssen, um Vergütungen für ihre von der GVL wahrgenommenen Leistungsschutzrechte zu erhalten Im Jahr der Pandemie haben wir diese Reihe mit Schwerpunkt auf die Hersteller als Online-Seminare weitergeführt. Zwei Seminare zum Umgang mit dem neuen Herstellerportal label.gvl fanden im Juli in deutscher Sprache und im August auf Englisch statt. Anfang September informierten wir ebenfalls online über die anstehende Hersteller-Schlussverteilung Tonträger für das Nutzungsjahr 2016.

Bis zum Ende des Jahres planen wir weitere virtuelle Angebote für unsere Berechtigten, die wir auf unserer Newsseite und in unseren Berechtigtenportalen meine.gvl und label.gvl ankündigen werden.

Das nächste Online-Seminar „Die GVL für Hersteller*innen“ ist bereits terminiert und findet am 21. Okt. 2020 ab 16 Uhr statt. Zielgruppe sind neue berechtigte Tonträgerhersteller*innen der GVL und Interessent*innen und Berechtigte, die mehr Hintergründe zur GVL für Tonträgerhersteller*innen wünschen. Eine Live-Demo des Herstellerportals label.gvl wird Teil des Online-Seminars sein. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme, weitere Infos und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.
Maschinenraum

Photo by seraficus on iStock

Neues aus dem Maschinenraum
Bei der GVL werden jährlich eine Vielzahl von Projekten zur weiteren Automatisierung und Digitalisierung umgesetzt. Nur ein Bruchteil dessen wird nach außen hin sichtbar. Doch es sind vor allem diese unsichtbaren Umbauten, die es uns ermöglichen, die Portale nutzerfreundlicher zu gestalten, Meldeprozesse zu vereinfachen und Verteilabläufe zu verbessern. Zwei Beispiele:

Was Sie sehen können: Update unseres Herstellerportals

Seit dem Relaunch von label.gvl Ende Mai haben Hersteller die Möglichkeit, Rechteinhaberschaften über ihren Account jederzeit selbst zu bearbeiten. Beispielsweise können jetzt Beginn und Ende von Rechteinhaberschaften oder auch Rechteinhaberschaftsanteile individuell angepasst werden. Konflikte können nun direkt in der Repertoireansicht bearbeitet und bisher nicht zugeordnete Sendemeldungen geclaimt werden. Darüber hinaus können auch große Mengen an Nutzungsclaims per Excel hochgeladen werden. Die Neuerungen haben wir interessierten Berechtigten in einem Online-Seminar im Juli vorgestellt.

Was im Maschinenraum passiert: Befüllung einer internationalen Repertoire-Datenbank

Um Vergütungen ihrer Berechtigten international effizienter geltend machen zu können, engagiert sich die GVL seit vielen Jahren in Projekten zur internationalen Zusammenarbeit. Ein Beispiel dafür ist der Aufbau der Virtual Recording Database (VRDB). Die VRDB ist eine zentrale Datenbank für Repertoire- und Mitwirkungsinformationen von Musik-, Film- und Fernsehproduktionen. Dort hinterlegte Informationen können von den angeschlossenen Künstler-Verwertungsgesellschaften heruntergeladen und so bei den jeweiligen Verteilungen berücksichtigt werden. Durch die Zentralisierung der Informationen werden mittelfristig aufwändige bilaterale Austauschprozesse abgelöst. Gleichzeitig kann durch eine Standardisierung von Datenschnittstellen eine höhere Datenqualität erreicht werden, von der GVL- und internationale Künstler profitieren werden. Nachdem die GVL vor einigen Monaten bereits erfolgreich Musiktracks einschließlich dazugehöriger Mitwirkungen in die VRDB geladen hat, konnte unser Projektteam im Juli Film- und Fernseh-Produktionen ergänzen – beides wichtige Meilensteine für dieses internationale Projekt.
Leistungsschutzrecht

Photo by marco2811 on Adobe Stock

GVL-Chronik: 1965 – Das Leistungsschutzrecht wird gesetzlich verankert
Vor 55 Jahren feierte die noch junge GVL ihren ersten großen Erfolg: Die Leistungsschutzrechte wurden ins Urheberrechtsgesetz aufgenommen – ein wichtiger Schritt für die Rechte der ausübenden Künstler*innen in Deutschland. An der Ausgestaltung des neuen Gesetzes war die GVL maßgeblich beteiligt. Ihr ist es, gemeinsam mit den beiden damaligen Gesellschaftern DOV und IFPI, zu verdanken, dass Künstler*innen und Tonträgerhersteller das Recht auf eine angemessene Vergütung bei der Sendung und der öffentlichen Wiedergabe ihrer Leistungen hatten. Der Weg zu diesem Meilenstein wurde auf mehreren Etappen geebnet. Dazu zählt neben verschiedenen Gerichtsverfahren und Beschlüssen auch die Gründung der GVL im Jahre 1959. Dadurch können die Interessen der Künstler*innen und Tonträgerhersteller gebündelt vertreten werden, um ein faires Leistungsschutzrecht zu gestalten.

Mehr zur über 60-jährigen Geschichte der GVL gibt es hier: www.gvl.de/chronik.
Alle Veranstaltungen der GVL finden Sie ab Anfang Oktober auf unserer Webseite.
www.gvl.de Leistungsschutzrecht
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