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gvl inside
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
vieles kam in den vergangenen Wochen zum Stillstand, zugleich haben wir alle bewegte Zeiten hinter uns: Neben den persönlichen Einschränkungen, mit denen alle von uns konfrontiert sind, stehen besonders die Kreativschaffenden zusätzlich vor massiven finanziellen Problemen. Der Zugang zu den öffentlichen Fördergeldern war und bleibt aus den verschiedensten Gründen schwer.

Das hat uns als GVL schon sehr früh veranlasst, Hilfen für unsere Künstler und Labels ins Leben zu rufen. Wir sind deshalb sehr froh darüber, dass wir weit über 7.000 Berechtigten bereits seit März mit der Corona-Nothilfe etwas unter die Arme greifen konnten. Gleichzeitig haben wir neben den geplanten Regelverteilungen Vorauszahlungen auf künftige Ausschüttungen an unsere berechtigten Künstler und Hersteller ausgezahlt.

Es ist also ein ganz besonderer Zeitpunkt für die Veröffentlichung unseres ersten Newsletters. Wir hoffen, Ihnen mit diesem Format zukünftig einen kompakten Einblick über alles Wichtige aus der GVL geben zu können. Blicken Sie in dieser und den zukünftigen Ausgaben hinter die Kulissen der GVL. Erfahren Sie mehr über Projekte, Hintergründe und die Gesichter. Ab sofort informieren wir Sie einmal im Quartal in unserem Newsletter über Neuigkeiten aus der GVL und der Branche.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihre GVL

PS: Selbstverständlich freuen wir uns über Ihr Feedback. Bitte senden Sie dies an presse@gvl.de.
Ausgabe Juni 2020
Themenüberblick:
 
Musikwirtschaftsstudie
Graphic by vladwel on Shutterstock
Start der Musikwirtschafts­studie 2020: Machen Sie mit!
Gemeinsam mit den wichtigsten Verbänden der Musikwirtschaft aktualisiert die GVL seit 11. Mai 2020 die Studie „Musikwirtschaft in Deutschland“. Wie bereits bei der ersten Erhebung 2015 soll auch bei der Neuauflage 2020 die gesamt­wirtschaftliche Bedeutung der Musikwirtschaft herausgehoben und zugleich die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf eine solide Datenbasis gestellt werden.

Unsere Bitte an Sie: Nehmen Sie bis 15. Juni 2020 an der Umfrage teil und bereichern Sie die Studie. Hier geht‘s zum Fragebogen. Die Auftaktstudie aus dem Jahr 2015 finden Sie hier.
Notruf der Musikwirtschaft: Perspektiven für die Kulturelle Vielfalt erhalten
Notruf der Musikwirtschaft: Perspektiven für die Kulturelle Vielfalt erhalten
Die Dachverbände der Musikwirtschaft haben sich gemeinsam mit dem Deutschen Musikrat in einem offenen Brief an die Politik gewandt, um auf die schwierigen Perspektiven der Branche in Zeiten von Corona hinzuweisen.

Der Notruf Richtung Bundeskanzlerin, Bundesfinanzminister, Bundeswirtschaftsminister und Kulturstaatsministerin appelliert, klare Prioritäten für kulturelle Vielfalt zu setzen. Zugleich fordern die Unterzeichner eine für die Branche geeignete Soforthilfe sowie ein Konjunkturprogramm, welches das Überleben der heterogenen, historisch gewachsenen und vielfältig vernetzten Infrastruktur sichert.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.
digitaler Stammtisch von GVL und BFFS
Photo by Radek Grzybowski on Unsplash / Fotomontage GVL
GVL live: Erster gemeinsamer digitaler Stammtisch von GVL und BFFS
Am 4. Mai fand der erste gemeinsame virtuelle Stammtisch des GVL-Gesellschafters BFFS und der GVL statt. Ziel der Veranstaltung war es, interessierten Schauspielern und Synchronschauspielern die GVL näher zu bringen und ein besseres Verständnis für die Verteilungssystematik und Ausschüttungen in 2020 zu ermöglichen. Da das Format auf großes Interesse stieß, fand der zweite Stammtisch bereits drei Wochen später erneut statt. Mehr Informationen hier.
Corona-Hilfen
Photo by CDC on Unsplash
Die Corona-Hilfen der GVL
Die Corona-Pandemie hat viele Berechtigte der GVL finanziell hart getroffen. Um die Hersteller und Künstler zu entlasten, hat die GVL Hilfsmaßnahmen ins Leben gerufen, die sich aus drei Bausteinen zusammensetzen:
  • Soforthilfen: Die GVL stellt für ihr Soforthilfeprogramm im Rahmen ihrer sozialen Zuwendungen bis zu vier Mio. Euro bereit. Diese Sofortmaßnahme, die ganz überwiegend in Bedrängnis geratenen Künstlern zu Teil wird, ist paritätisch als Akt der Solidarität aus Mitteln der Künstler und Hersteller finanziert und kann weiterhin beantragt werden. Mehr unter www.gvl.de/coronahilfe.

  • Vorauszahlungen für Hersteller: Im März 2020 haben alle berechtigten Tonträgerhersteller eine Abschlagszahlung auf die erst für September 2020 geplante Erstverteilung für das Nutzungsjahr 2019 erhalten. Mehr Informationen hier.

  • Vorauszahlungen für Künstler: Um für die in Not geratenen Künstler sichtbare finanzielle Entlastungen zu schaffen, haben betroffene Künstler einen Vorschuss auf die Verteilungen der Jahre 2015-2029 noch im Mai erhalten. Mehr Informationen hier.

Viele positive Rückmeldungen zu den Corona-Hilfen haben die GVL erreicht:
„Als selbstständige Bassistin sind mir für die kommenden drei Monate einige große Engagements weggebrochen. Über die sozialen Medien habe ich dann von der Corona-Hilfe der GVL erfahren und gleich den Antrag gestellt. Das Geld der GVL hatte ich schon nach gut einer Woche auf dem Konto – noch bevor der positive Bescheid in meinem E-Mail-Postfach einging. Umso mehr habe ich mich über die Zuwendung gefreut. Eine super Sache.“
Katharina G., Jazzmusikerin

„Die Corona-Krise hat mich als freiberuflichen Musiker besonders hart getroffen. Alle Konzerte waren abgesagt (100% Verdienst­ausfall), auch die von mir gebuchten Reisen zu den Projekten hat zunächst niemand erstattet. Die GVL hat in dieser Notsituation nicht nur unbürokratisch, sondern vor allem schnell gehandelt: Während der Bund und Stiftungen noch an Not-Fonds gefeilt haben, hatte die GVL schon eine Finanzspritze auf mein Konto überwiesen. Mit diesem Geldbetrag konnte ich den Zeitraum bis Ende März überbrücken. Ein großer Dank an die GVL und eine wunderbare Geste der Zusammengehörigkeit aller Künstler und GVL-Mitglieder!“
Thomas R., Musiker

„Worte können gar nicht beschreiben wie uns dieses alles berührt. Denn nichts ist selbstverständlich. Gerne möchten wir einem jeden des GVL-Teams persönlich unseren Herzensdank aussprechen.“
Vertreter eines Labels
Wir bleiben zuhause
Photo by Grovemade on Unsplash
#wirbleibenzuhause: GVL arbeitet seit Mitte März komplett remote
Binnen weniger Tage hat die GVL alle ihre 190 Beschäftigten so weit mobilisiert, dass ihnen das Arbeiten von zuhause aus möglich war und der Betrieb für die Berechtigten mit nur wenigen Einschränkungen aufrecht erhalten bleiben kann. Wie für Einzelne von Ihnen ist dies auch für unsere Kollegen mit so manchen Hürden und Herausforderungen verbunden. Nicht alle haben ein eigenes Zimmer, sondern arbeiten am Küchentisch, im Kinderzimmer und müssen irgendwie das „home schooling“ in ihren Alltag mit einplanen. Aber alle Kollegen sind sich einig: Die Ausschüttungen der GVL müssen ohne Verzögerung weiterlaufen und die benannten Hilfen für Sie sollten und sollen kurzfristig dazwischengeschoben werden. Für dieses engagierte Handeln danken wir an dieser Stelle allen. Mit unserer Umstellung auf das mobile Arbeiten unterstützen wir als Arbeitgeber den Aufruf der Bundesregierung und die Kampagne #wirbleibenzuhause.
Hilfsprogramm
Musikwirtschaft fordert schnelles Hilfsprogramm
Die für die Gesellschaft bedeutende und identitätsstiftende Musikkultur in Deutschland befindet sich angesichts der Corona-Pandemie in einer dramatischen Situation und steht vor einer ungewissen Zukunft. Das hat bereits der Schadensbericht der Musikwirtschaft vom 25. März verdeutlicht, in der Corona-Schäden von fast 5,5 Milliarden Euro binnen sechs Monaten erwartet werden.

Vor diesem Hintergrund hat die Musikwirtschaft von der Bundesregierung geschlossen ein Hilfsprogramm in Höhe von 582,17 Millionen Euro gefordert. Mehr Informationen hier.

Dazu ergänzen die GVL-Geschäftsführer Guido Evers und Dr. Tilo Gerlach: „Die Bühnen sind verwaist, den Musikschaffenden aller Genres, ob Pop, Rock, Jazz oder Klassik, Künstlern wie Labelmachern ist die Existenzgrundlage genommen. Die Krise wird uns noch länger begleiten, schon die Umsatzausfälle, die wir jetzt erleiden, werden sich weit in das nächste Jahr hinein auswirken. Deshalb müssen wir gemeinsam mit der Politik nachhaltige und substanzielle Lösungen finden. Dazu gehört auch die wirksame Umsetzung der europäischen Vorgaben zur Beteiligung an den Plattformerlösen, die durch Musik erzielt werden.”
Detlev Tiemann
Photo by Stefan Wieland
 
 
Kennen Sie eigentlich Detlev Tiemann?
Bereits seit 20 Jahren ist er als Vertreter der Chor- und Ballettmitglieder bei der GVL aktiv, seit 2017 sogar als Vorsitzender der Gesellschafter- und Delegiertenversammlung: Detlev Tiemann. In diesen Funktionen und auch als Mitglied des Verteilungs- und Tarifausschusses setzt er sich seit vielen Jahren engagiert für die Belange der Berechtigten ein.

„Gerade in Zeiten von Corona, in der viele Berechtigte der GVL von ernsten finanziellen Sorgen belastet werden, ist die GVL eine sehr wichtige Konstante“, sagt Detlev Tiemann über die GVL. „Zwar wird Corona mit Blick auf die Einnahmen auch nicht spurlos an der GVL vorbeigehen, dennoch schaffen die anstehenden Regelverteilungen zumindest eine kleine Entlastung für viele. Ich bin froh, dass es die GVL gibt.“
Kulturpolitische Zuwendungen
Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben: Kulturpolitische Zuwendungen im Ausnahmejahr 2020
Über 50 spannende Projekte hätten im Jahr 2020 die kulturpolitische Förderung der GVL erhalten. Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie kann ein großer Teil dieser geplanten Projekte zu Ihrem und unserem Bedauern nicht stattfinden.

Um die Umsetzung der Initiativen und Veranstaltungen, die auf 2021 verlegt werden, sicherzustellen, hofft die GVL, die entsprechenden Zuwendungen für das kommende Jahr zu reservieren. Mit diesem Vorschlag wird die GVL in die Gesellschafter- und Delegiertenversammlung im Juni gehen, denn ohne deren Zustimmung können keine Zuwendungen vergeben werden.

„Wir wollen die geförderten Organisationen, die sich so sehr für die kulturelle Vielfallt und den kreativen Nachwuchs einsetzen, nicht im Regen stehen lassen“, betont Dr. Tilo Gerlach, Geschäftsführer der GVL. „Deshalb legen wir die Gelder beiseite und hoffen auf die Realisierung im Jahr 2021.“

Eine Übersicht über alle 2020 geplanten Projekte finden Sie hier.
Im Jahr 2020 plant die GVL folgende Verteilungen:
Geplante Verteilungen
Rückblick 1990
Photo by docstockmedia on Shutterstock
Rückblick 1990: Das „GVL-Begrüßungsgeld"
Die Corona-Soforthilfe ist nicht die erste finanzielle Nothilfe, die die GVL an Berechtigte auszahlt. Schon vorher wurde Hilfen in einer historischen Ausnahmesituation gezielt für Berechtigte bereitsgestellt: Im Jahre der Wiedervereinigung, 1990, stand die GVL vor der Aufgabe alle Künstler aus der ehemaligen DDR zu integrieren – eine ganz besondere Herausforderung, da die DDR keine Verwertungsgesellschaften hatte. Auch zu dieser Zeit setzte die GVL eine Nothilfe auf, denn ältere Künstler der DDR, die inzwischen Rentenempfänger waren, bekamen nur eine marginale Rente und lebten am Existenzminimum. Die GVL entschloss sich damals einen Gesamtbeitrag von zwei Millionen DM an die Gruppe der Künstler zu zahlen, die während ihrer aktiven Tätigkeit niemals Vergütungen für ihre künstlerische Leistung erhalten hatten.

Mehr zu diesem Thema und zur Geschichte der GVL finden Sie unter www.gvl.de/chronik.
Initiative Musik
Initiative Musik: 50. Runde der Künstlerförderung und Hilfsprogramm für Musiker
Was für ein tolles Jubiläum: Im Juli wird die Initiative Musik die Projekte der 50. Runde Künstlerförderung bekannt geben. Allein über dieses Programm konnten seit 2008 schon über 1.700 Projekte aus dem gesamten Bundesgebiet bezuschusst werden.

Und natürlich steht die Initiative Musik den Musikern auch in der Corona-Krise zur Seite: Nach einem großen Spendenaufruf – mit prominenten Supportern wie z.B. Alice Merton, Deichkind oder dem Moka Efti Orchestra – gingen für das neue Hilfsprogramm der Initiative bereits über 140.000 Euro an Spenden ein. Das Antragsverfahren für die erste Runde ist beendet. In einer ersten Ausschüttungsrunde kann aktuell circa 120 bis 130 Bands und Solokünstlern mit einem Zuschuss von bis zu 1.250 Euro geholfen werden. Der Spendenaufruf läuft weiter. „Uns geht es mit dem Hilfsprogramm darum, in der aktuellen Notlage unbürokratisch zu helfen. Wir sind begeistert über die Resonanz und danken den zahlreichen Spenderinnen und Spendern ganz herzlich, denn jede Spende hilft“, erklärt Ina Keßler, Geschäftsführerin der Initiative Musik.

Die GVL ist bei der Initiative Musik von Anfang an als Haupt- und Gründungsgesellschafterin dabei und unterstützt die intensive Förderarbeit für junge Nachwuchstalente und Spielstätten gemeinsam mit dem Deutschen Musikrat, der GEMA und der Staatsministerin für Kultur und Medien.
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